





Zwei Arten, die sich unabhängig voneinander auf der Nord- und Südhalbkugel entwickelt haben. Daraus ging der Mensch hervor.
Nach Angaben von Elmar Rebmann, Bürgermeister der Stadt Bad Urach, ist die Schuldenlast seit Amtsantritt im Jahre 2009 um fast 8 Millionen Euro gesunken. Durch geplante Maßnahmen in den nächsten Jahren wie Schulsanierungen oder eine Mobilitätsdrehscheibe werden die Finanzen jedoch weiter stark belastet. Ob es Bad Urach gelingt, aus seiner Schuldenfalls zu entkommen, solange Herr Rebmann noch Bürgermeister ist, wird sich zeigen müssen. Für die geplante Landesgartenschau im Jahre 2027 werden Umbaumaßnahmen an der Hochhauskreuzung stattfinden, die ebenfalls ins Konto schlagen. Zwar nicht Bad Urach, sondern der Bundesrepublik, aber für den Bürger macht das ja keinen großen Unterschied. Dennoch finden wir es gut, dass Bad Urach seinen Teil dazu beiträgt, die Schulden des Landes und der Städte zu drücken und so die Abhängigkeiten von den Banken zu lösen. Ganz im Gegensatz zur aktuellen Coronapolitik, in deren Zug neue Milliardenschulden durch den Bund aufgenommen wurden. So wird an der Nase des Bürgers vorbei neues Geld gedruckt und die Inflation weiter angeheizt. Dies dient dazu, den Konsum anzukurbeln und so die Wirtschaft am Laufen zu halten. Eine Hand wäscht die Andere, wie man so schön sagt. Profitieren werden sicherlich die Anhänger der kryptografischen Finanzsysteme, die durch ihre mathematische Unabhängigkeit ein Gegengewicht zu den Geldentwertungsmechanismen der Politik bilden.







Die Ameise. A Meise. Er hat eine Meise.
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Kein Wunder verlaufen wir uns alle.
»Hey, Dich kennen wir doch!« – erschrocken drehe ich mich um. Grade komme ich aus der Immermannstraße in Düsseldorf, mit einem giftgrünen Meloneneis in der Hand. Die Gruppe hatte mich offenbar auf einer Raststätte auf dem Weg in den mittleren Norden gesehen. Der Aufkleber auf dem Auto ist zwar auffallend, aber nicht penetrant. Ich war erstaunt, wie auffallend man sein kann. Projekt Itasha ist damit schwer in Frage gestellt.

Die Dokomi 2017 und die Connichi 2017 waren riiiiesig. Nicht nur im Wortsinne, es gab auch wirklich alles zu sehen. Ich bin sicher, der Japantag war ähnlich, wenn auch sicher wieder ziemlich überlaufen. Es gab Künstlerstände, Merchandising, ein kleines Matsuri, japanische Verpflegung, Spieleecken, AMVs, eine Takeshis Castle Hüpfburg und noch so Einiges.
Die japanische Popkultur hat Deutschland erreicht, zweifelsohne. Manchmal, so möchte man meinen, mitsamt allen Nachteilen, die sich daraus ergeben. Doch im Großen und Ganzen sehr friedlich und bunt. Nein. Das andere bunt.
Ich bin ja nun kein regelmäßiger Conbesucher. Aber manchmal zieht es mich doch hinaus in die Messegelände des Ruhrgebiets, wo die Japanaffine Jugend und Nichtsojugend sich dem Kostümspiel, also Cosplay, hingibt. Natürlich immer mit einer Schar Fotografen, Touristen und Schaulustigen im Anhang.
Deshalb hier das kleine Con 1×1 für Neulinge:
Ja, ich habe sicher auch schon den ehrwürdigen Conknigge verletzt. Es steht – auch von der Professionalität her – ungefähr auf einer Stufe mit dem Verteilen einer Visitenkarte, auf der die E-Mailadresse ungültig ist, weil man sie ein paar Wochen vorher gelöscht hat, wegen des Spams. Gomen Nasai hiermit an alle verzweifelt auf Facebook herumirrenden Irren, die mich immer noch suchen (und ihre Fotos). Ich werde mich übrigens jetzt hüten, hier einen Ausflug ins Foto- und Urheberrecht zu unternehmen. Die Cons haben inzwischen ihre ganz eigenen Regeln und Sitten, und dagegen ist auch nichts einzuwenden.
Und da saß sie nun, mit überkreuzten Beinen auf dem Bett, und schaute mich erwartungsvoll an. Ich war ziemlich hereingestürmt, denn ich war spät dran. Ganze fünf Jahre zu spät. Wieso konnten wir uns nicht früher kennen lernen, fragte sie mit stummem Blick. Ich drehte mich auf dem Stuhl, blickte im kleinen Zimmerchen umher und fühlte mich plötzlich wie in einer anderen Welt. Es war nicht groß, aber groß genug. Das breite Bett nahm den meisten Platz ein, die kleine Küche schmiegte sich an die Wand. Eine große Regalwand diente als Raumteiler. Es sah gemütlich aus, auch wenn alles in schwarzem Farbton gehalten war. Auffallend das Kissen mit dem Pferdekopf, das so gar nicht zur übrigen Einrichtung zu passen schien. Sie schaute mich immer noch an. Ihre Kleidung komplementierte die Einrichtung, schwarz wie die Nacht. Wir unterhielten uns, während sich der Parfümduft langsam verzog. Wir hatten eine Stadtbesichtigung geplant, wir gingen, wir schauten, wir kamen zurück. Es war spät geworden, ich hatte drei Stunden Fahrtzeit hinter mir, aber die Müdigkeit wich einer subtilen Aufregung. Sie musste es merken. Irgendwann war das Licht gelöscht, die Kerzen ausgeblasen, und dann war da nur noch der Atem von zwei Menschen zu hören. Etwas raschelte. Es raschelte noch einmal, und ich spürte eine Anwesenheit.
Ich wachte auf.
> hey es heist im i-bau hats gebrannt!
> O.O siehst Du die Flammen schlagen? Hat es schon um sich gegriffen? Nicht auszudenken, falls die Wiese abfackelt.
> hrhr ne aber man sagt diewollten n hasen braten o___O
> *droplachflash* *Dich mit Hasenohren vorstellt*
> ALTER!!!! XD
Heute war ein guter Tag, denn ich bekam einen rosa Luftballon geschenkt :3
Ich finde, jeder Mann sollte eine eigene Höhle haben, an einem Ort, den niemand kennt, wo ihn niemand findet und wo er in Ruhe auf die Jagd gehen kann. Gut, was will man heute noch jagen, die Butter im Kühlschrank?
Ich habe auch so einen Ort, es gibt ein kleines Dörfchen an einem großen See an dem man angeln und schwimmen kann und den Fröschen abends in der Dämmerung beim quaken zuhören kann. Man kann an diesem Ort herrlich zwischen Strandmole und Kirchpark schlendern. Das Dorf schmiegt sich an der Hauptstraße entlang und ist nach 15 Minuten durchquert. Am Samstag war Dorffest, mit Bühne. Das halbe Dorf war auf den Beinen, und auch einige Besucher von außerhalb ließen es sich nicht nehmen, dem Spektakel beizuwohnen. Es war Erntedank. Die umliegenden Siedlungen hatten ihre Stände aufgebaut und präsentierten ihre schönsten Gedecke. Mir schien, dass das nicht die einzigen Schönheiten waren, die präsentiert wurden. Am lokalen Dorf-Zelt blickte ich in zwei strahlend blaue junge Augen umrahmt von dunklen Haaren nebst ebenso Aufmerksamkeit erregender Begleitung in blond. Die uniformierten Männer nebenan waren auch schon darauf aufmerksam geworden. Sie grinste mich an, denn schon saß ich links der zwei Damen und war ins Gespräch vertieft — mehr schlecht als recht mit deutschem Akzent auf meiner Seite — und ich erfuhr, dass es sich nicht etwa um Polizisten handelt, sondern um die Feuerwehr. Die blonde Schönheit witzelte noch etwas, dann war die Feuerwehr auch flott von der anderen Seite zur Stelle und nahm die Beiden mit auf eine Spritztour ins Nachbardorf. Ich sollte sie später wiedersehen.
Mittlerweile hatte die Situation auf der Bühne gewechselt, die Preisverleihung war vorbei und fetzige Musik begeisterte die Menge. Die Kinder sprangen mit Perücken verkleidet zwischen den Älteren hin und her, und hopsten völlig ungezwungen auf der Tanzfläche herum. Mitten in diesem Tumult sah ich eine schwarz gekleidete Figur stehen. Ich war doch erleichtert, noch jemand in meinem Alter zu begegnen. Grade wollte ich mich zu ihr gesellen, als sie von hinten von einem älteren Mann angesprochen wurde. Ich beobachtete die Szenerie, und dann fiel mir auf, dass ich nicht der Einzige war. Mit einem Abstand von zwei Metern standen die Kerle um sie herum und schauten offenbar auf die Bühne. Als der sie ansprechende Mann fertig war – so schien es, denn er machte keine weiteren Anstalten und zog sich zurück – stellte ich mich zu ihr. Ich hatte sie schon Tage vorher gegrüßt, aber heute Abend sah sie umwerfend aus. Wir schauten uns in die Augen, während wir nebeneinander standen, und dann war sie so schnell verschwunden, wie sie aufgetaucht war.
Ich entschied mich, zum Strand zu gehen und für Abkühlung zu sorgen. Der junge Strandwächter meinte, das Wasser sei für Amateure etwas kalt, aber bei 30° im Schatten konnte ich das nicht so recht glauben. Außerdem saßen bei ihm die zwei Grazien von vorher, so dass ich ihm nur zurief, er solle mich retten falls ich untergehe und mich wasserbereit machte. Nach ein paar Runden im See gesellte ich mich wieder zu den Dreien und war neugierig, was der Strandwächter in seiner Tasche hat. Der Luftballon gehörte nicht dazu. Später am Abend traf ich erneut auf Marta, die mich mit ihrer Freundin und zwei Kumpels schon in der Nacht zuvor zwischen zwei Dörfern eingeholt hatte. Da war ich allerdings schon beschäftigt, ein mobiles Zelt zusammenzuklappen, mit dem sich unter anderem die Feuerwehrmädchen abmühten. Ich hatte aber keine Ahnung, wie es geht.
Hi,
ich bin 28 und hatte bisher einen ONS. Der Grund war, dass ich kurz vorher zusammen mit einem Mädel aus Schüchternheit in eine Abhängigkeit rasselte (wir manipulierten uns da gegenseitig hinein, Ich setzte eine PU-Waffe namens C&F gedankenlos ein und sie knallte durch, weil sie mich vorher für schwul oder sowas gehalten hat), also handfeste Oneitis der schlimmsten Art die ein halbes Jahr dauerte. Wir hatten in dieser Zeit aber keinen Kontakt, da sie sich sofort zurückzog. Diesen Sommer habe ich mich davon halbwegs erholt und mir gleichzeitig einen männlichen Frame und Selbstwertgefühl aufgebaut. Ich wusste, dass er zunächst aus der Bestätigung zehrt, dass das Mädel mich scheinbar wollte. Daher machte ich Pickup und sah Erfolge. Noch keinen Sex, aber ich denke ich habe bei einer Menge Frauen eine handfeste Oneitis ausgelöst. Sex holen sie sich wo anders oder sie werden zur Katze.
Die Frauen entwickeln leider schlagartig eine Oneitis sofern ich es nicht schaffe sie zu einem SNL zu führen. Ausserdem fängt das Mädel jetzt an, aus der Ferne shitzutesten, weil ich inzwischen Selbstwertgefühl habe und aktiv Mädels anspreche. Und das ziemlich direkt und offen.
Ich spiele ein bisschen das Spiel „Arbeiten gehen“ und ein bisschen das Spiel „Student“. Die meiste Zeit verbringe ich damit, Menschen der Stadt zu beobachten, anzusprechen und zu genießen, dass die Scheren und Fassaden in meinem Kopf verschwunden sind. Ich sehe sofort hinter die Fassaden von Menschen, scheint mir, und erkenne Lügen und Ironie sehr genau und zuverlässig. Ich kann Beziehungskonstellationen relativ gut erkennen und zwischen den Zeilen lesen, sowie Mehrdeutigkeiten, auch Manipulative, erkennen, sowie Double Binds. Ich fühle mich seither „vollständig“ aber auch verlassen, weil nicht mal mehr meine Familie zu mir zu gehören scheint, und sowieso Familienkonstellationen in Frage stehen. Ich bin unsicher, aber ich glaube das ist selten. Führungsfähigkeiten scheinen sich dadurch auch ausgebildet zu haben, auch wenn ich nicht so sicher bin, wo ich mich da auch kommunikativ sehen soll. Die Gesellschaft schmeisst mir jedenfalls andauernd shittests an den Kopf wenn ich alleine rumrenne und ich halte die meisten Menschen für narzisstisch. Ich habe offenbar kein Ego mehr (?). Ich bin quasi tot, das Leben erscheint mir als Spiel, und ich habe ein Lachen im Gesicht, wenn andere Sauer werden weil sie den Machtverlust/Souveränitätsverlust spüren. Ja, ist leicht psychotisch.
Ich möchte gerne wissen, falls meine Selbstbeobachtung zutrifft, was ich mit diesem Wissen anfangen könnte. Ich bin nicht sicher, in welche gesellschaftlichen Games ich einsteigen will, wo ich ins System wieder eintauche aus dem ich katapultiert wurde, oder ob ich mein eigenes Spiel erfinden soll. Angst (ausser noch vor dem Sex den ich noch misse) habe ich glaube ich kaum noch. Mein inneres Kind ist sozusagen tot. Meine Phantasie leider auch ein bisschen. Mit sich neu verlieben habe ich aber kein Problem, ich habe auch Gefühle und Sex nicht getrennt, und auch sonst nichts. Deswegen hassen mich die Kerle und die Weiber kriegen Oneitis. Ich sehe auch überall das Verhalten der Ethikstufe 2 (Belohnungsprinzip) und auch beim Sex sehe ich kaum noch irgendwo wahre Liebe. Religionen und Geld herrschen vor, an beidem habe ich kein großes Interesse. Ich habe aber einen ausgeprägten Beschützerinstinkt.
Ich möchte gerne nach meiner Ethik leben, aber ich habe Sorge, dass mich die Menschen nicht mehr verstehen und daher jagen werden und überwachen aus Angst, weil ich z.T. unbewusst gesellschaftliche Konventionen breche. Die Menschen haben Angst und projizieren diese auch ständig auf mich, obwohl ich noch nichtmal einen Finger gerührt habe.
Kennt jemand diese Situation, ist sie gewöhnlich, und wie finde ich heraus, welche Berufe nach diesem Knick des Lebens jetzt für mich gut wären, auch höhere Laufbahnen eventuell, obwohl ich keine Erfahrung habe (Neulich wurde mir mittleres Management in der Versicherungsbranche herangetragen, aber recht unseriös auf der Straße O.o)
Noch etwas: Wie steht ihr zu Offenheit vs. Verschwiegenheit? Sollte man seinen Frame verbergen um nicht angreifbar zu sein? Wie geht man mit Menschen um, die noch schwarzweiß denken? Wie viel Prozent der Bevölkerung sind das? Und wie viele glauben nur, dass sie es nicht mehr tun?

Das war »Hallo Japan 2009«, auf Wiedersehen in Berlin 2010! Hier im Blog begann es mit diesem Eintrag. Ein zusammenfassender Beitrag mit sehr witzigen und authentischen Videoclips des gesamten Aufenthaltes sowie der letzten drei Tage folgt an dieser Stelle, sobald ich meinen Jetlag auskuriert und meine Kunden liebevoll gehätschelt habe Ende Oktober.
Wir sind wieder in Tokio angekommen, genauer gesagt im BumB in der Tokio Bay. Viel luxuriöser als das Yoyogi und die Zimmer viel geräumiger und sauberer. Wir haben zwar Dreibettzimmer, aber dafür eigene Dusche und kostenloses Internet. Schade, dass wir hier nur zwei Nächte bleiben werden. Heute abend hat es mich nach Odaiba gezogen, der ganze Tag war schon grau vernebelt aber das Riesenrad hat mich angefunkelt. Also bin ich einfach rübergefahren, denn wir befinden uns ja schon in der Bucht und ich musste quasi nur noch auf die Insel springen.
Leider habe ich die falsche Zuglinie erwischt, so dass ich statt über die Rainbow-Bridge zu fahren mich von unten angeschlichen habe. Dafür war die sechzehnminütige Fahrt mit dem Riesenrad auf der künstlichen Insel in der Tokiobucht sehr schön. Auf dem Weg zurück nach unten konnte ich mir dann überlegen, wie ich dem Regenguss entkomme. Aber da hatten die Händler bereits ihre Regenschirme ausgestellt und ich konnte mir einen für vier Euro ergattern.
Der Abschied von meinen Gasteltern am Morgen war herzlich, ich habe viele Geschenke mitbekommen und die Einladung, mit Familie wieder zu besuchen. Die Deutschen, die sich hier in der Tokio Bucht wieder getroffen haben (68 an der Zahl, sowie vierzig Japaner die uns noch einmal am Abend begleiten wollen) sind durchweg positiv gestimmt.
Stellt man sich in Japan zur richtigen Zeit an die richtige Kreuzung, kann man ein interessantes Phänomen beobachten. Eine Schaar von uniformierten Schulmädchen auf dem Weg in die Shoppingmeile oder nach Hause, stets begleitet von einer Schaar uniformierter Schuljungen, wird im Takt der Ampel auf die Straße geworfen. Immer sind es Grüppchen, die lachend und feixend den restlichen Nachmittag damit verbringen, neue Anhängsel für ihre Handystraps zu kaufen, Purikuris zu schießen oder einfach in den zahlreichen Spielhallen mit dem UFO-Catcher ein bisschen Geld liegen zu lassen. „Ich hab mich heute mit der kleinen Schwarzhaarigen unterhalten“ ist bei den ausländischen Gästen ein oft gehörter Spruch.

Kleines und vermutlich eins der letzten Updates aus Japan, denn wir haben Mittwoch Abend. Heute waren wir nochmal in Töpferei-Town Mashuko (oder so ähnlich) und haben uns die Finger schmutzig gemacht. Nicht der erste Ausflug mit unseren Mentoren der Medienschule, die das auch gleich öffentlich ausschlachtet – auf dem ersten Foto sieht man uns neben dem Maskottchen der Schule, auf dem letzten Bild vor dem Gebäude der Präfekturverwaltung Tochigi in Utsonomiya.
Eines vorweg: Sorry, dass es zur Zeit so wenig Fotos gibt. Den ganzen Tag in der Schule sitzend muss man abends die Zeit zum Shoppen und Rumfahren nutzen. Wenn es dann mal Ausflüge gibt, sehe ich nicht den Sinn, irgendwelche Sake-Fabriken zu fotografieren. Aber auch sonst habe ich keine Ruhe, die wichtigen Dinge des Lebens zu fotografieren, und dieses Bild nur mal als Beispiel wie man es nicht macht.
Ich hab noch nie mit Drehscheibe getöpfert, und im Schneidersitz werd ich es auch nicht noch einmal. Nach der halben Stunde bin ich kaum mehr hochgekommen. Ich versteh nicht wie manche Leute so sitzen können. Ich konnte es die letzten Wochen auch gut vermeiden. Na, jedenfalls habe ich so fünfeindrittel runde gefässähnliche Gegenstände hervorgebracht die mir die Lehrer unserer Schule, welche diesen Spaß veranstaltet hat, dann nach Deutschland schicken werden. Gegen jeden Protest, der natürlich sinnlos war.
Anschließend haben wir Nudeln gefangen. Nagashi Somen zu essen ist schon eine kleine Herausforderung. Es wird derjenige satt, der mit Stäbchen am Besten umgehen kann. Außerdem eine gute Gelegenheit zu beweisen, wie gut entwickelt oder auch bei manchen Gästen unterentwickelt das Gespür für Rücksichtnahme gegenüber den anderen am Essen teilnehmenden ist, denn alle essen aus dem gleichen Topf und der ist irgendwann alle.
Der weitere Plan für den Rest meines Japans sieht aus wie folgt: Donnerstag wird Kuchen gebacken für die Lehrer in meiner Medienschule, wo ich Praktikum mache seit drei Wochen. Natürlich nach dem Unterricht bis 5 Uhr Nachmittags. Freitag nochmal Unterricht und danach Souvenirs einkaufen. Mama und Papa haben gefragt, ob ich auch für alle schon was habe und haben sich anschließend den Rest des Abends den Kopf zerbrochen, was man wem mitbringen könnte. Ich habe versichert, dass meine Freunde schon gut versorgt sind. Denn das Souvenir ist das Image Japans in der Aussenwelt, haben sie gemeint. Freitag abend ist Abschlussparty in Utsonomiya, Samstag Mittag gehts nach Tokio. Abends werden wir wohl was mit unseren japanischen Freunden aus der Youth Week etwas unternehmen, Sonntagist freie Gestaltung und Abends Abschlussparty aller Teilnehmer. Montag gehts nach Deutschland zurück. Das heisst, vermutlich ab Samstag keine Blogeinträge mehr bis Dienstag.
Zurück zur Kultur. Überhaupt sind die Erklärungen für manche Dinge sehr interessant. So fragte ich, was es mit dem Bambusstab auf sich hat, der mit fließendem Wasser an einer Aufhängung für ein stetes wiederkehrendes hohles Klopfgeräusch sorgt. Ich kenne das bisher nur aus Anime, aber ich habe das auch schon hier in Japan gesehen, allerdings selten. Erklärt wurde mir der Sinn nach kurzem Lachen („Weshalb? Haha…“ a la: Wie kann man nur nach dem Wieso fragen) folgendermaßen: Die Japaner haben ein ruhiges Herz und ein ruhiges Wesen, die Stille ist ihnen ein hohes Gut und Ort der Konzentration. Der Stab symbolisiert den langsamen Herzschlag der Natur. Sehr spannend, ich werde jetzt nicht nachschlagen, wozu der Stab wirklich da sein könnte oder was andere Gründe sein könnten.
Ebenfalls interessant ist das Sozialverhalten der Schüler. Während der Unterrichtszeiten ist ein Kontakt nur schwer möglich, da diese sich dann in einer Art Schüler-Rolle befinden. Es mag ebenfalls daran liegen, dass sie nicht vor dem Rest der Gruppe ein Gespräch mit Deutschen anfangen werden. Auch befinden wir uns hier in Utsonomiya offenbar im Äquivalent eines Dorfes. Verglichen mit Tokio definitiv, denn die jungen Leute hier sind schüchtern wie sonstwas. Der Lehrer muss sie zum Teil erst zwingen, sich mit uns zu unterhalten.
Sitzen die Deutschen zu dritt zusammen, ist an einen Kontakt gar nicht mehr zu denken. Deswegen bin ich auch sehr enttäuscht, dass ich (pardon aber es ist nun einmal so) einen Ur-Deutschen als Klassenkameraden habe. Das führt dazu, dass ich nicht nur neben einem Deutschen im Unterricht sitze, sondern auch noch dazu genötigt werde, auf ihn zu warten, mit ihm Mittag zu essen und Sonstiges aus Höflichkeit oder Rücksichtnahme zu tun. Dies ist allerdings gar kein Vorwurf an ihn, sondern einfach eine unglückliche Situation. Was man vorwerfen könnte, wäre mangelhaftes Taktgefühl, denn nach den zum Teil sehr teuren Ausflügen der Lehrer mit uns kauft man als Abschiedsgeschenk einfach nicht im 100 Yen (1-Euro) Shop ein, sondern beisst eben mal in den sauren Apfel und gibt für die 50g-Tafel Lindt-Schokolade oder den Mini-Riegel Toblerone 3 Euro aus. Allerdings haben wir jetzt eine Lösung.
Und bitte erinnert mich daran, die Japaner beim Deutschlandbesuch vom Fahrradfahren abzuhalten, die überleben das nicht. In Japan gibt es kein schwarzweiß-Denken. Die Regel, dass man auf dem Fussweg nicht Fahrrad fährt oder auch Links-vor-Rechts im Straßenverkehr sind hier Dinge, die generell missachtet werden, wenn es die Situation erfordert. Dies ist zum Beispiel immer der Fall, wenn auf dem Fussweg noch ein paar Zentimeter Platz für ein Fahrrad sind.
Das ist übrigens mein Lieblingsgeschäft, ich habe offenbar ein untrügliches Gespür für Süßes, denn ich habe mindestens den besten Tayaki-Shop der Präfektur aufgetan, so sagte man mir. Gefüllt wahlweise mit Vanillepudding oder süßen Bohnen. Die mit deutscher Kartoffelfüllung habe ich nicht probiert. Nach ein paar Stunden schon sind sie aber leider nicht mehr knusprig.
Bäh, mir ist schlecht. Das, wozu uns unser großzügiger und reicher Gastgeber heute einlud, war zwar teures russisches Essen. Doch nach drei Wochen Japan hat mir das Zeug den Rest gegeben. Zähes Steak und rot gefärbte Kartoffeln in Tomatensuppe (Barsz) sowie Pjeruschki (in Blätterteig?! Honto?). Das war genauso russisch wie die Sushi-Restaurants bei uns Japan repräsentieren. Trotzdem bin ich ihm dankbar, denn der Ausflug war spannend. Auch wenn ich die anschließenden Gastgeber bestimmt verärgert hab, weil ich sogar den Tee und den Keks stehen lassen musste, um nicht den Tisch vollzukotzen. Pardon.
Jedenfalls bestand der Tag bis dato weitestgehend aus Cruisen im Lexus mit zwischenzeitlichem Besuch in Töpferei-Stadt und einem echten, sehr großen Dojo. Das was Chrysler nicht mehr kann, nämlich schön verarbeiteten Innenraum und bequeme Sitze, kann Lexus. Schon beim ersten Gas geben blieb mir für einige Sekunden das Blut im Hirn stehen, Unser Sensei ließ keine Gelegenheit aus, uns seine Fahrkünste zu demonstrieren. Und generell fuhr er mittig auf der Straße und schien die Aussage seines Autos „Ich bin hier wichtig“ auch voll zu unterstützen, was manchmal zu empörtem Hupen führte. Wohlgemerkt: In Japan hupt man normalerweise zum Dank! Genauso oft betonte er wie selbstverständlich, wie stolz er auf sein Auto sei. Etwas ratlos aber keineswegs unangenehm berührt konnte ich ihm dankbar für den Ausflug einfach nur zustimmen, denn er hat ja recht.
Unser Ausflug endete dann auch im Lexus-Autohaus. Was ich dort an Service erlebte, grenzte ja schon an Perversion. Wenn man es als Deutscher sieht. Ich fand es Klasse und wünschte, wir wären in Deutschland so weit. Zunächst wurden wir von einer adretten jungen Dame freundlich und mit breitestem Lächeln im Gesicht begrüßt. Diese führte uns dann in den luxuriösen Innenraum, wo die Edelkarossen präsentiert aufgereiht standen. Was uns der Sensei als Konzert und später als Minikonzert in bestem Englisch ankündigte, stellte sich als Präsentation einer sehr teuren Lautsprechereinrichtung heraus. Diese war neben einem CD-Player aufgebaut und zu Kaffee und Kuchen, der uns gratis gereicht wurde, konnten wir den mitgebrachten Klassik-CDs des Sensei lauschen.
Leider hatte wohl jemand die Lautsprecher verkehrt angeschlossen, denn der Sound war grottig. In der Zwischenzeit wurde der Lexus des Sensei gratis einer Wäsche unterzogen. Wer jetzt immer noch nicht weiß oder recherchiert hat, was Sensei heisst: Das ist grob übersetzt „Lehrer“. Trifft aber in der Regel auch auf Ärzte und generell Personen mit höherem Wissensstand oder Spezialisten zu.
Nachdem es mir ja nicht so gut ging, wurde er nicht müde zu betonen, wie geil die Toiletten in diesem Autohaus seien. Also ging ich, obwohl ich nicht wollte, und wurde von sich mir entgegenkommenden Toilettendeckeln begrüßt. Ich musste keinen Finger krümmen. Alles Vollautomatisch. Krasse Scheisse. Nachteil: Der Deckel dachte ich sei schon fertig und klopfte am Rücken an. Automatik ist eben auch in Japan nicht automatisch intelligent. Ok, genug Klogeschichten. Am Abend gab’s Dinner.
Natasha kam mit Gastmama herüber, todschick angezogen. Der Rest des Abends ist eher privat und hat hier im Blog nichts zu suchen, aber es wurde viel gequatscht und viel Honne gesprochen (Die Japaner haben sich miteinander in unserer Anwesenheit offen über uns unterhalten, und zur Erleichterung nur positiv). Viel Kopfzerbrechen schien den Japanern Natashas Abenteuerlust zu bereiten, denn sie wird ja wieder nach Japan kommen. Wie sie hier das teure Leben, das teure Studium und sowieso den mehrmaligen Flug finanzieren will, war auch nachdem sie gegangen war noch Gesprächsthema Nummer eins. Den Japanern ist so eine mutige und auf Träumen, Optimismus und Abenteuerlust aufbauende Zukunft viel zu unsicher, ja völlig fremd und unverständlich.
Gut, ich habe es auch nur halbwegs geschafft ihnen mitzuteilen, dass und welche Sicherheiten es noch gibt, dass man vielleicht einmal im Leben auch mal die Freunde oder Familie zu Hilfe rufen kann (was man aber natürlich vermeiden wird) oder dass es immer einen Weg gibt, wenn man will und darüber hinaus ja ein bissel gescheit und weltoffen ist. Man erzählte mir, die Kinder wachsen hier auch sehr behütet auf. Naja, ich und Gastpapa begleiteten Natasha und ihre Gastmama dann noch nach Hause, Natasha und ich unter breitem Grinsen, denn die Straßen sind ja so unsicher hier.
Kurz vorm Gehen tauchte noch ne Schabe auf, was mir erst hinterher eingefallen ist, dass es ne eklige Schabe ist, denn das Viech sah hübsch aus. Ich also voller Interesse, Natasha voller Schutzinstinkt, und die Japaner mit voller tödlicher Empörung. Sie wurde dann doch noch lebendig nach draussen befördert, danke Natashas empörten Ausrufen in gebrochenem Japanisch, denen ich mich gerne anschloss. Jaja, die Gajins kennen eben keine Schaben in 7cm Größe.
Soviel für Heute. Fotos gibt’s keine höchstens eins (oder, Natasha, darf ich?) denn tagsüber hatte ich null Bock auf Fotos. Bericht aus Nikko am Samstag und Fotos die Tage mal. Das ist nichts, was es im Web nicht schon gibt.
Heute ging es mit der Gastfamilie nach Nikko. Nikkō liegt etwa 140 Kilometer nördlich von Tokio in den Bergen der Präfektur Tochigi. Obwohl das Wetter diesig und der Himmel bedeckt war, war es recht spannend. Zeitweise jedoch war es nur eine Mischung aus einem österreichischem Bergsee und totkommerzialisierter Shinto-Tempel-Besichtigung. Wer das geheimnisvolle Japan sucht, sollte um Nikko und seine Touristen einen großen Bogen ziehen. Zugegeben, für den ersten Besuch hat es sich gelohnt, denn die Landschaft ist wirklich schön und die sehr alten, bemoosten Tempel sehr anschaulich.
Von den allgegenwärtigen Affen habe ich aber keinen Einzigen gesehen. Das mag auch daran liegen, das meine Gasteltern nicht die Jüngsten sind und wir eigentlich alles meiden müssen, wo man viel laufen oder Treppen steigen muss. Trotzdem bewundernswert, wie fit meine Gastmutter auf der Heimfahrt noch war, während Gastpapa und ich weggeschnarcht sind und ich bereits abends um 9 im Futon sitze. Denn Sonntag gehts ja um 10 schon wieder los, diesmal mit dem Sensei. Ich habe mich immerhin mit einem Abendessen im Restaurant bedanken dürfen.
Es ist schon so schwer genug, den Japanern alles ihre Ausgaben zu vergelten. Ich werde wie die meisten anderen Deutschen auch rein rechnerisch tief im Minus stehen, wenn ich Japan verlasse. Ich darf keine Eintrittskarte selbst bezahlen und kein gemeinsames Essen, es sei denn ich lade ausdrücklich dazu ein. Gucke ich etwas zu lange an, landet es als Geschenk in meinen Händen, wenn ich mich nicht energisch wehre. Manchmal kann das ganz schön in Verlegenheit bringen.
Ich muss mal wieder was sinnvolles schreiben, anstelle nur Fotos von Hunden auf LSD zu posten. Freitag haben aufgrund von Klausuren unsere beiden Stammbetreuer wieder Tagesausflüge mit uns unternommen. Diesmal ging es mit Bahn und Rad nach Tochigi-City für ein wenig Geschichtsunterricht. In der Stadt sind einige alte Gebäude gut erhalten. Ja, da sind dann auch ein paar Fotos entstanden.
Der Weg dahin und zurück war aber mindestens genauso interessant. Ich denke ich lasse einfach Bilder sprechen. Seit zwei Wochen schon geben sich unsere Lehrer die größte Mühe, damit uns nicht langweilig wird. Ich glaube, wir stehen inzwischen ziemlich tief in einer Art Dankeschuld. Mal sehen wie sich das zur Utsonomiya-Abschlussparty am nächsten und letzten Freitag lösen lässt.
Ok, ich gebe es zu, die letzten zwei Fotos sind nicht aus Tochigi-City sondern Utsonomiya.
Wieder war ich in Utsunomiya unterwegs und hab Nachts ein paar Schnappschüsse gemacht. Anschließend zum Utsunomiya-Tower, der leider schon zu hatte. Der Ausblick war trotzdem toll. 20:45 Uhr zu Hause, also eine Viertelstunde zu spät. Uhhh. Dabei muss ich doch noch dringend was klären. Oben auf dem Tower kam mir eine Gruppe japanischer Jugendlicher entgegen, die schüchtern, aber voller Enthusiasmus „Hallo“ riefen. Irgendwie ist man hier wirklich ein buntes Huhn und wird von allen getestet, betrachtet und neugierig auseinandergenommen. Das ist leider beim subtilen Fotografieren etwas hinderlich, aber andererseits sehr lustig.
Denn für Samstag haben meine Gasteltern einen Ausflug nach weltberühmtes Nikko angesetzt und am Sonntag Dinner mit Natasha. Nur… Heute kam der Ex-Vorstand Fujii-Sensei in die Schule und lud alle Deutschen zum Essen morgen ein und wollte ebenfalls etwas am Wochenende unternehmen. „Tjaa, sorry Sensei, ich bin verplant“. Das geht so natürlich nicht, also habe ich herausgebracht, dass ich mich noch mit den Eltern abstimmen muss. Er wollte uns unbedingt nach Nikko mitnehmen und hätte auch die Eltern mitgenommen. Nur hatten Michael und Jolinka Nikko bereits gesehen.
Letztendlich kann man es dem Sensei aber nicht wirklich ausschlagen, daher habe ich das einfach alles meinen Gasteltern erzählt, sollen die das auf die korrekte japanische Art regeln. Gemein, ich weiß. Wie ich erfuhr, sind wir nicht die ersten Praktikanten an dieser Schule.
Trotz Zuspätkommens gab es ein fürstliches Abendbrot mit geschmorten Pilzen. Okasan hat ob der Mischung die Hände überm Kopf zusammengeschlagen und grinsend zugeschaut.
In der Schule heute 3D-Grafik und Elektronik, eigentlich nur dagesessen, zugehört soweit möglich, rumgesurft und den Japanern meine exklusive Sammlung westlicher Anime-Musikvideos zukommen lassen.
Für morgen haben sich unsere lieben beiden jungen Lehrer und Lehrerin (ich erinnere, die sind kaum über zwanzig) wieder entschlossen, uns in ein Museum zu entführen und ein wenig Kultur zu zeigen. Ich habe langsam den Eindruck, die sind ganz froh, mal rauszukommen.
Heut nur Schule und Shoppen (das geplante Kimonogeschäft hatte zu, ebenso das Cosplay-Café), also schleppten uns unsere zwei Lehrer – beide jünger als ich – in das größte Kaufhaus der Stadt. Erste Street Shots. Mist, die Kleine hats gemerkt, hoffentlich petzt sie den bösen Gaijin nicht.
Das Foto der Staffelei zeigt ein Gemälde eines Schülers meiner Kunst- und Medienschule. Die letzten zwei Fotos zeigen den Ausblick aus meinem Zimmerfenstern kurz nach dem Taifun.
Taifun hat ganz unsportlich angetäuscht und ist an Japan vorbeigezogen. Das hieß heute wieder schwülwarmes unerträgliches Wetter. Heute also zweiter Schultag. Animation und Manga stand auf dem Stundenplan. Unsere Klasse hatte sich irgendwann gegen zehn Uhr halbwegs vollständig eingefunden. Der Lehrer nahm’s gelassen.
Die sehr unterschiedlichen Schüler arbeiteten weiter an ihren Projekten, mal mit dem Tausende Euro teuren Grafiktablett-Bildschirm, mal ganz altertümlich mit Stift und Papier. Michael und ich durften uns kleine Intuos Grafiktabletts anschließen. Ich stelle fest, dass ich so ein Ding echt brauchen kann, damit kann man doch recht gut arbeiten.
Unser Lehrer hatte dann irgendwann spitz gekriegt, dass ich mich ziemlich für Anime interessiere. Dann war er nicht mehr zu halten und quasselte mich eine Stunde lang auf japanisch zur Manga- und und Otakuszene voll. Ich verstand ungefähr 5% obwohl es mein Fachgebiet ist. Das zeigte mir wieder extrem, wie schlecht mein Japanisch ist.
Ich habe dann nur noch am Rande mitbekommen, wie die Diskussion irgendwann bei Seifukus landete. Ich werde mir daran ein Beispiel nehmen. Ich denke, ich fange bei den Plakaten fürs nächste Semester Animereferat in der Hochschule damit an. Mal sehen, wie das ankommt.
Apropos. Da ich grade keine ordentlichen Fotos zur Hand habe, mal ein paar Schüsse des hübschen und bis ins hinterste Eck detaillierten Mitbringels.
Noch ein Foto meiner Mitschüler, von dem ich nicht weiß, ob ichs posten darf, daher geschwärzt. Cosplay ist hier nicht irgendwelchen Conventions oder Messen vorbehalten, sondern hat etwa den Stellenwert eines Hobbies oder Modetrends. Viele junge Leute auf der Straße haben auch als normale Alltagskleidung eine Art Kostüm an, nur nicht so extrem wie das klassiche Cosplay eines Anime- oder Mangahelden. Es ist eher dezenter und modischer, mit verschiedenen Stilrichtungen. Ich denke, wenn ich mit dem Tele unterwegs war, werde ich das zeigen können.
In der Zeitung war ich übrigens auch. Extra nochmal in Vergrößerung… Der Bürgermeisterbesuch hat ganze zehn Minuten gedauert. Und dann so ein Wirbel. Tsss.
Mit meinen Gasteltern läuft soweit alles Bestens. So gut, mittlerweile, dass ich mich ständig frage, ob nicht doch irgendwas ganz krumm läuft von dem ich nichts mitbekomme. Die Japaner planen ja tagtäglich hinter dem Rücken der deutschen Gäste, stellen Gerüchte und Verschwörungstheorien auf, dass es einem die Haare aufstellt. Wenn man dann gefragt wird, wieso und weshalb man dies und jenes, kann man nur noch mit ratlosem Gesichtsausdruck antworten, was zum Teufel denn gemeint sei. Denn man hat ja gar nicht dies und jenes. Heute habe ich dann meine Gasteltern irgendwie kreuzdämlich gefragt, ob alles soweit ok sei. Ich habe nicht mit einem hartnäckigem japanischen „Warum?“ gerechnet, das ich erst nach einer halben Stunde aus der Welt geschafft hatte (Es gab kein „warum?“).
Zum Schluss noch ein Foto aus der Nähe des Schreins. Dies kann als ganz normaler Stadtanblick durchgehen.